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A team adds electrostatic notes to a Timeline retro template on the wall

Retrospektive Methoden: 12 kostenlose Retro-Vorlagen zum Ausdrucken

Eine Retrospektive ist ein Termin, in dem ein Team auf einen Sprint, ein Projekt oder ein Quartal zurückschaut und festlegt, was es als Nächstes ändern will. In Scrum schließt die Sprint-Retrospektive jeden Sprint ab. Außerhalb von Scrum kann eine Retrospektive nach einem Produktstart, einem Schulhalbjahr oder einer großen Veranstaltung stattfinden.

Wenn ein Team alle zwei Wochen dieselben drei Fragen beantwortet, wiederholen sich irgendwann auch die Antworten. Ein neues Format stellt andere Fragen, und das Team schaut aus einem anderen Blickwinkel auf die letzten Wochen. Die meisten Retro-Vorlagen im Netz sind nur für digitale Whiteboards gemacht. Die 12 Formate in diesem Beitrag sind auch für den Raum gedacht: Du druckst sie auf A4, A3 oder A2 und füllst sie am Tisch oder an der Wand mit Notizen. In unserer Leserumfrage 2026 gaben 45 von 68 Moderatorinnen und Moderatoren an, dass ihre Sessions überwiegend oder ganz vor Ort stattfinden.

Alle 12 Retro-Vorlagen kostenlos herunterladen (PDF, verfügbar auf Deutsch und Englisch).

Was ist eine Retrospektive?

Hände beschriften eine elektrostatische Notiz auf einer gedruckten Segelboot-Retro-Vorlage

Das Wort kommt aus dem Lateinischen: retro heißt zurück, specere heißt schauen. Der Scrum Guide beschreibt die Sprint-Retrospektive als letztes Event eines Sprints, in dem das Team plant, wie es Qualität und Effektivität steigern kann. Sie ist bei einem einmonatigen Sprint in der Regel auf höchstens drei Stunden angesetzt, bei kürzeren Sprints meist auf weniger.

In ihrem Buch Agile Retrospectives gliedern Esther Derby und Diana Larsen eine Retro in fünf Phasen: Rahmen setzen, Daten sammeln, Erkenntnisse gewinnen, Maßnahmen beschließen und die Retrospektive abschließen. Deshalb hat jede Vorlage in diesem Beitrag unten ein Feld für die Phase „Maßnahmen beschließen“, mit Platz dafür, wer was bis wann erledigt.

Was du für eine Retrospektive brauchst

  • Eine gedruckte Vorlage: A4 eignet sich, wenn jede Person für sich allein reflektiert, A3 oder A2 für eine kleine Gruppe am Tisch oder für die Wand. Für größere Teams druckt Stattys jede Vorlage auch in A1, A0 und B0.
  • Elektrostatische Haftnotizen für die Ideen, eine Idee pro Notiz. Sie haften ohne Kleber auf dem Papier, deshalb kannst du sie beim Sortieren einfach verschieben.
  • Kleine Notizen als Punkte für die Abstimmung.
  • Permanentmarker oder Kugelschreiber zum Schreiben.
  • 45 bis 60 Minuten für die meisten Formate, je nach Gruppengröße.

Ablauf einer Retrospektive, Schritt für Schritt

Eine Teilnehmerin hängt eine Notiz an die Stimmungsbaum-Retro-Vorlage an der Wand

1. Rahmen setzen (5 Minuten): Nenne den Zeitraum, auf den ihr zurückschaut, und das Format, das ihr nutzt. Ein kurzer Check-in hilft beim Ankommen. Dafür eignet sich der Stimmungsbaum oder eine schnelle Runde, in der jede Person den letzten Sprint mit einem Wort beschreibt.

2. Still schreiben (5 bis 10 Minuten): Alle schreiben für sich, ein Gedanke pro Notiz. So hat jede Person Raum, nachzudenken und ihre Gedanken zu sammeln.

3. Aufhängen und vorlesen (10 Minuten): Jede Person hängt ihre Notizen ins passende Feld und liest sie kurz vor. Jede Person darf eine Frage zur Klärung oder zum besseren Verständnis stellen; diskutiert wird später.

4. Sortieren und abstimmen (10 Minuten): Hängt ähnliche Notizen nebeneinander. Dann bekommt jede Person drei Punkte und verteilt sie auf die Themen, über die sie sprechen möchte.

5. Nächste Schritte festlegen (10 bis 15 Minuten): Besprecht die Themen mit den meisten Punkten und tragt ein bis drei Maßnahmen ins Feld unten ein, jeweils mit Namen und Datum. Beginnt die nächste Retro damit, diese Maßnahmen zu prüfen.

Welche Retrospektive-Methode passt zu deinem Team?

Eine Hand legt eine Notiz auf die Retro-Vorlage Sechs Perspektiven

Die 12 Vorlagen lassen sich in vier Gruppen einteilen. Wähle danach, was dein Team gerade braucht: eine schnelle Routine, einen Blick auf einen längeren Zeitraum, einen Check der Zusammenarbeit oder eine lockere Runde.

Schnelle Klassiker für die regelmäßige Sprint-Retro

Retro-Vorlage Start, Stop, Continue mit drei Spalten

Start, Stop, Continue

Drei Fragen: Womit fangen wir an, womit hören wir auf, und was behalten wir bei? Es ist das einfachste Format für die erste Retro eines Teams, weil die Fragen keine Erklärung brauchen.

Retro-Vorlage Mad, Sad, Glad mit drei Gesichtern

Mad, Sad, Glad

Das Team sortiert die letzten Wochen nach Gefühl: Was hat dich geärgert, was hat dich enttäuscht, und worüber hast du dich gefreut? Nutzt es, wenn die Stimmung im Team genauso wichtig ist wie die Ergebnisse.

Retro-Vorlage Liked, Lacked, Learned

Liked, Lacked, Learned

Was hat dir gefallen, was hat dir gefehlt, und was hast du gelernt? Es passt zum Ende einer Projektphase oder eines Trainings, wenn das Lernen im Mittelpunkt steht.

Formate für den Blick auf einen längeren Zeitraum

Retro-Vorlage Zeitstrahl mit Hochs oberhalb und Tiefs unterhalb der Linie

Zeitstrahl

Das Team hängt Ereignisse entlang einer Linie vom Start bis zum Ende auf, Hochs weiter oben, Tiefs weiter unten. Dann verbindet es die Notizen mit einer Linie und spricht über die Wendepunkte. Es eignet sich für einen Projektrückblick oder das Ende eines Quartals.

Retro-Vorlage Bewerte dein Quartal mit einer Skala von 1 bis 5

Bewerte dein Quartal

Sieben Aussagen wie „Unsere Prioritäten waren klar“ und „Ich hatte genug Energie“, jeweils bewertet von 1 bis 5. Alle bewerten zuerst für sich; dann vergleicht die Gruppe die Werte und spricht über die größten Unterschiede. Eine zusätzliche Zeile lässt Platz für ein eigenes Thema.

Retro-Vorlage Segelboot mit Wind, Anker, Klippen und Insel

Segelboot

Die Insel ist das Ziel des Teams. Der Wind treibt es voran, die Anker halten es zurück, und die Klippen sind die Risiken auf dem Weg. Das Format geht auf das Speed-Boat-Spiel von Luke Hohmann zurück und eignet sich für den Blick nach vorn genauso wie für den Rückblick.

Formate für die Zusammenarbeit im Team

Retro-Vorlage Team-Pyramide mit fünf Ebenen

Team-Pyramide

Fünf Ebenen der Zusammenarbeit, von Vertrauen an der Basis über Konflikt, Verbindlichkeit und Verantwortung bis zu den Ergebnissen an der Spitze. Alle bewerten jede Ebene von 1 bis 5, und die Gruppe spricht zuerst über die Ebene mit der schlechtesten Bewertung. Inspiriert vom Modell aus Patrick Lencionis Buch The Five Dysfunctions of a Team.

Retro-Vorlage Motivations-Check mit drei überlappenden Kreisen

Motivations-Check

Drei Kreise für die Grundbedürfnisse aus der Selbstbestimmungstheorie von Edward Deci und Richard Ryan: Autonomie, Kompetenz und Verbundenheit. Grüne Notizen stehen für das, was ein Bedürfnis gestärkt hat, pinke für das, was es geschwächt hat. Danach bewertet das Team jedes Bedürfnis und beginnt mit dem schwächsten.

Retro-Vorlage Stimmungsbaum mit 14 Figuren in einem Baum

Stimmungsbaum

14 Figuren in und um einen Baum. Alle wählen die Figur, die zu ihren letzten Wochen passt, und die, die sie gern wären. Tauscht euch erst zu zweit aus, dann in der Gruppe; jede Person erzählt nur so viel, wie sie möchte. Inspiriert vom Blob Tree von Pip Wilson und Ian Long.

Spielerische Retro-Ideen für Abwechslung

Retro-Vorlage Team-Helden mit vier Feldern

Team-Helden

Das Team wird zu Superhelden und schaut auf die letzte Mission zurück: Superkräfte (worin sind wir richtig gut), Verbündete (wer oder was hat uns geholfen), Schwachstellen (was raubt uns die Kraft) und Bösewichte (was hat uns ausgebremst). Die nächsten Schritte werden zur „nächsten Mission“.

Retro-Vorlage Kinoabend mit vier Filmszenen

Kinoabend

Die letzten Wochen als Film, mit Titel, Genre und Bewertung. Vier Szenen fragen nach dem Star des Films, der besten Szene, der Wendung und dem Patzer. Die nächsten Schritte heißen hier „Teil 2“.

Retro-Vorlage Sechs Perspektiven mit sechs farbigen Hüten

Sechs Perspektiven

Die Gruppe schaut nacheinander mit sechs Hüten auf die letzten Wochen: Fakten, Nutzen, Risiken, Gefühle, Ideen und Prozess. Alle tragen gleichzeitig denselben Hut, so reden Kritiker und Optimisten nicht aneinander vorbei. Inspiriert von der Hut-Methode von Edward de Bono.

Hol dir alle 12 Vorlagen kostenlos als eine ZIP-Datei mit 12 PDFs, druckbar auf A4, A3 oder A2.

So kann eine Retro aussehen

Ein lachendes Team füllt die Kinoabend-Retro-Vorlage an der Wand aus

Ein Team aus sechs Personen hat gerade ein vierwöchiges Projekt abgeschlossen und nutzt den Kinoabend für seine Retro. Die Gruppe nennt den Film „Deadline Express“, wählt Action als Genre und vergibt drei von fünf Sternen.

In acht Minuten kommen rund 25 Notizen an die Wand. Unter „Wendung“ steht dreimal dasselbe: Der Kunde hat in Woche zwei den Umfang geändert. Unter „Patzer“ schreibt jemand über die falsche Datei, die in die Druckerei ging, und die Gruppe lacht. Bei der Abstimmung landen die meisten Punkte beim geänderten Projektumfang.

Für „Teil 2“ einigt sich das Team auf eine Maßnahme: Vor dem nächsten Kick-off schreibt die Projektleitung den Umfang auf, und der Kunde gibt ihn frei. Die ganze Retro dauert knapp eine Stunde.

Retrospektiven außerhalb der Arbeit

Eine Retro funktioniert überall, wo eine Gruppe etwas gemeinsam gemacht hat und es beim nächsten Mal besser machen will.

Eine Jugendgruppe kann am letzten Abend eines Sommerlagers Liked, Lacked, Learned nutzen. Eine Lehrkraft kann die letzte Stunde vor den Ferien mit dem Stimmungsbaum beginnen. Die Ehrenamtlichen einer Kirchengemeinde oder eines Sportvereins können nach dem Sommerfest eine Retro mit Start, Stop, Continue machen, damit die Planung fürs nächste Jahr mit dem beginnt, was sie in diesem Jahr gelernt haben.

Typische Fehler

  • Jedes Mal dasselbe Format. Nach ein paar Sprints wiederholen sich die Antworten. Wechsle das Format alle zwei bis drei Retros.
  • Maßnahmen ohne Namen. Eine Maßnahme, die allen gehört, wird selten umgesetzt. Jede braucht eine Person und ein Datum.
  • Zu viele Maßnahmen. Zehn Maßnahmen aus einer Retro werden nicht alle erledigt. Wählt ein bis drei aus.
  • Die Diskussion beginnt vor dem Schreiben. Die erste Meinung im Raum lenkt alle anderen. Erst still schreiben.
  • Die letzte Retro wird vergessen. Wenn niemand die Maßnahmen vom letzten Mal prüft, nimmt das Team sie bald nicht mehr ernst.

Was, wenn ein Teil des Teams remote ist?

Die gedruckten Vorlagen sind für den Raum gemacht. Wenn einzelne Personen online dabei sind (hybrides Setting), können sie ihre Beiträge in den Chat schreiben, und jemand im Raum überträgt sie auf Notizen an der Vorlage. Wenn ihr die Vorlage im Videocall teilt, bleiben alle auf demselben Stand. Wenn das ganze Team remote arbeitet (Online-Setting), könnt ihr die Vorlagen auf ein digitales Whiteboard hochladen.

Material für deine nächste Retro

Stattys Notes S in zwei Händen, 10 x 7 cm, haften an Wand, Glas und Pinnwand

Stattys Notes S (10 x 7 cm) – Elektrostatische Notizzettel für Planung & Struktur

Die klassische Größe für Retro-Notizen auf einem A0-Druck. Ein Gedanke passt bequem darauf, und die Notiz bleibt lesbar, wenn die Vorlage an der Wand hängt.

Stattys Square in zwei Händen, 7,2 x 7,2 cm, haftet an Wand, Glas und Pinnwand

Stattys Square (7,2 × 7,2 cm) – Elektrostatische Notizzettel zum Clustern & Priorisieren

Etwas kleiner als S und wie S am besten für einen A0-Druck. Das quadratische Format ergibt beim Sortieren saubere Reihen.

Stattys Notes M in zwei Händen, 20 x 10 cm, für Überschriften, die im ganzen Raum lesbar sind

Stattys Notes M (20 × 10 cm) – Elektrostatische Notizzettel für große Ideen & Pläne

Stattys Notes M passen am besten zu einem B0-Druck. Dort eignen sie sich gut für die Überschriften, wenn die Gruppe Notizen nach Themen sortiert, und um die vereinbarten nächsten Schritte so groß aufzuschreiben, dass alle sie lesen können. Mit 20 × 10 cm bleibt die Notiz im ganzen Raum lesbar.

Stattys Notes XS, 5 x 3,7 cm, für kurze Notizen und zum Abstimmen mit Punkten

Stattys Notes XS (5 × 3,7 cm) – Elektrostatische Notizen für schnelle, kleine Gedanken

Die richtige Größe für eine A3- oder A2-Vorlage und für die Punkteabfrage auf jeder Vorlage. Weil sie elektrostatisch haften, können Teilnehmende ihre Stimme wieder verschieben, wenn sie es sich anders überlegen.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ein Team eine Retrospektive machen? In Scrum am Ende jedes Sprints. Außerhalb von Scrum ist eine Retro am Ende jedes Projekts oder am Ende jedes Quartals ein guter Rhythmus.

Wie lange dauert eine Retrospektive? Die meisten Formate in diesem Beitrag dauern 45 bis 60 Minuten. Der Scrum Guide setzt für einen einmonatigen Sprint höchstens drei Stunden an. Wie lange eine Retro am Ende dauert, hängt aber stark von der Gruppengröße ab.

Wer nimmt an einer Retrospektive teil? Die Personen, die die Arbeit gemacht haben. In Scrum ist das das ganze Scrum-Team, einschließlich Product Owner und Scrum Master.

Welches Retro-Format eignet sich für ein neues Team? Start, Stop, Continue. Die drei Fragen brauchen keine Erklärung, so kann sich das Team an die Routine gewöhnen, bevor es spielerischere Formate ausprobiert.

Sind die Vorlagen wirklich kostenlos? Ja. Du musst dich nur auf der Vorlagen-Seite für den Stattys-Newsletter anmelden und kannst dann alle 12 Vorlagen als eine ZIP-Datei herunterladen, auf Deutsch oder Englisch.

Kann ich die Vorlagen groß drucken lassen? Ja. Stattys druckt jede Vorlage in A1, A0 und B0. Schick eine Anfrage über das Formular auf der Vorlagen-Seite oder schreib an sales@stattys.com.

Welche Stifte eignen sich am besten? Permanentmarker eignen sich am besten. Sie bleiben aus der Entfernung lesbar und verschmieren nicht, wenn die Notizen verschoben werden. Bei einer kleinen Gruppe und im A4-Format kannst du alternativ auch Kugelschreiber nutzen.

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